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Folge 5: Wer macht das mal weiter?

Ich war einmal in einem Unternehmen, das seit dreißig Jahren gut lief. Beim Rundgang durchs Lager wusste jeder, was zu tun war. Aber keiner wusste, warum. Die Gründe steckten im Kopf des Inhabers.

Drei Monate später war er krank. Das Unternehmen stolperte. Nicht weil es keinen Nachfolger gab – sondern weil es keine Strukturen gab.

Nachfolge ist kein Datum. Sie ist ein Zustand.

Die meisten warten auf den Moment, in dem ein Nachfolger feststeht. Aber das ist das Ende des Prozesses, nicht der Anfang. Der Anfang ist eine ehrliche Frage: Würde mein Unternehmen drei Monate ohne mich funktionieren? Nicht überleben. Funktionieren.

Wer das verneinen muss, hat kein Nachfolgeproblem. Er hat ein Strukturproblem. Und das lässt sich lösen – lange bevor irgendjemand das Unternehmen übernimmt.

Ein Unternehmen, das nur durch seinen Inhaber funktioniert, ist nicht übergabefähig. Und auch schwer verkäuflich. Denn was man dann kauft, ist vor allem eine Person. Die aber geht.

Fangen Sie nicht mit dem Nachfolger an. Fangen Sie mit dem Unternehmen an.

Und das lohnt sich übrigens auch dann, wenn Sie noch zwanzig Jahre weitermachen wollen.

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Götz Aumüller

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